Über mich

Über mich

Als ich das erste Mal eine eigene Kamera in der Hand hatte, war ich zwölf Jahre alt. Eine EXA 1a aus DDR-Produktion, vollmechanisch, robust und denkbar simpel. Blende und Belichtung wählen, scharf stellen, auslösen. Klackklack. Das Geräusch habe ich heute noch im Ohr. Irgendwie roch die EXA immer ein bisschen nach Braunkohle. Aber sie hat die Freude am Fotografieren in mir geweckt. Heute arbeite ich digital mit Nikon-Vollformat-Kameras.

Seit 2005 verdiene ich mein Geld als Text- und Fotojournalist für verschiedene Verlage und Medien. Schreiben und Fotografieren – eigentlich sind das zwei unterschiedliche Welten. Fotografen arbeiten anders als Redakteure und Autoren. Und doch geht es in beiden Bereichen letztlich um das gleiche: Geschichten zu erzählen, in denen Menschen im Mittelpunkt stehen. Das können Texte genauso wie Bilder, gemeinsam oder unabhängig voneinander. Beides begeistert mich. Beides mache ich mit Leib und Seele.

Fotografieren ist manchmal harte, schweißtreibende Arbeit. Und zugleich erfordert es visuelle Kreativität. Gerade deshalb ist die Fotografie das perfekte Pendant zum geistigen Teil meines Berufes. Bei der Arbeit an einer Reportage ist mir die Ergebnisoffenheit sehr wichtig. Die Bereitschaft, sich beim Beobachten überraschen zu lassen, ist nicht nur wichtig für einen unvoreingenommenen Blick, sondern macht das journalistische Fotografieren aus meiner Sicht erst richtig spannend. Manchmal sind trotzdem schon Bilder im Kopf enstanden, bevor ich die Kamera in der Hand habe. Dann korrigiert die Realität diese Vorstellungen auch mal – und das lasse ich gern zu.

Studiert habe ich etwas Fachfremdes, nämlich Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre mit Abschluss als Diplom-Politologe, zunächst in Frankfurt/Main und dann in Hamburg. In der Hansestadt, am Ufer der Elbe, habe ich die (digitale) Fotografie während des Studiums neu entdeckt. Seit 2010 lebe ich wieder in meiner Heimatstadt Berlin.

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